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Ist WLAN Strahlung wirklich unbedenklich?

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wlan strahlung

Seit die führenden DSL Provider leistungsstarke WLAN Router teils auch kostenlos zur Verfügung stellen, halten WLAN Verbindungen verstärkt Einzug in Privathaushalte. Amtlich betrachtet gilt eine WLAN Verbindung als gesundheitlich unbedenklich. Dennoch gibt es immer wieder Kritik aus wissenschaftlichen Kreisen...

Die Strahlung einer WLAN (Wireless Local Area Network) Verbindung liegt in der Tat weit unter der Intensität von Mobilfunk- Geräten und DECT (schnurlose Telefone) Telefonen. Ein D1 Sendemast kann beispielsweise mit 1200 μW pro m2 aufwarten. Eine DECT Basisstation mit rund 18 μW pro m2.

Die Anwender der Geräte sind allerdings einer weitaus höheren Strahlungs- Leistung ausgesetzt. Ein Mobil- Telefon erreicht beim Telefonieren einen Leistungsbereich von 40.000 bis 150.000 μW pro m2. Ein handelsübliches schnurloses Telefon hat im Betrieb eine Strahlung der Stärke von 60.000 μW pro m2, eine WLAN Netzwerk- Karte immerhin noch rund 17.000 μW pro m2, wenn eine WLAN Verbindung aufgebaut ist und Daten übertragen werden. Erfreulich ist in diesem Zusammhang, dass die Hersteller der einschlägigen Geräte verstärkt "strahlungsärmere" Modelle auf den Markt bringen. Es ist deshalb ratsam, ältere Handys, DECT Telefone, WLAN Hardware und auch Mikrowellen durch aktuellere Technik zu ersetzen.

 

Eine sehr interessante Studie hat dazu die Universität Bremen an ihrem eigenen WLAN Netzwerk durchgeführt. Gemessen wurde dabei die Strahlung an zehn verschiedenen Computern und Laptops bei verschiedenen Auslastungsstärken. Die Messungen wurden von dem unabhängigen nova- Institut vorgenommen. Das nova- Institut gibt, kritischer als der Gesetzgeber, eigene Vorsorgewerte für die Belastung mit elektromagnetischer Strahlung heraus. Für eine WLAN Verbindung beträgt der Grenzwert 0,1 W pro m2. Der gesetzliche Grenzwert liegt bei 10 W pro m2, also um das einhundertfache höher. Die Access Points und Rechner im Test der Universität Bremen blieben allesamt bei Vollbetrieb der WLAN Verbindung weit unter dem gesetzlichen Grenzwert und auch unter dem nova- Vorsorgewert. Der höchste gemesse Wert an einem Arbeitsplatz betrug dabei 0,0025 Prozent des gesetzlichen Grenzwertes und damit 2,5 Prozent des nova- Vorsorgewertes.

Diese Immisions- Grenzwerte beziehen sich jedoch lediglich auf die thermische Wirkung von elektromagnetischer Strahlung auf menschliches Gewebe. Um die Temperatur des Gewebes eines Menschen um 1 °C zu erhöhen, wären beispielsweise als unterer Wert Einhundert Millionen μW pro m2 Strahlungsstärke nötig. Als ungeklärt gilt jedoch der Umstand, in wie fern der menschliche Organismus elektromagnetische Strahlung absorbiert (aufnimmt) und welche Folgen dies für den menschlichen Körper letztlich wirklich hat. Es gab bereits Versuche, bei denen nachgewiesen wurde, dass Fadenwürmer, wenn sie elekromagnetischer Strahlung ausgesetzt sind, bestimmte neuartige Proteine bei gleichbleibender Körpertemperatur als Schutz für die zelleigenen Proteine produzieren.

Und es gibt aus der Wissenschaft immer wieder kritische Stimmen gegen den vermeintlich unbedenklichen Einsatz von WLAN Netzen, Handys, Mikrowellen- Geräten und DECT Telefonen. Der Baubiologe Wolgang Maes kritisierte in der "Oekotest Online" jüngst das Bundesamt für Strahlenschutz, das auf Grund einer Untersuchung die Nutzung von Mobilfunk und die Bildung von Krebs und Tumoren in keinerlei Zusammenhang sehen will. Aussagefähige Langzeitstudien jedoch, die Rückschlüsse überhaupt erst einmal ermöglichen, gäbe es jedoch nicht. Auf die Frage, was die Ergebnisse der BfS Untersuchungen in Bezug auf elektromagnetische Strahlung von Handys und schnurlosen Telefonen bedeuten würde, antwortete Maes gegüber "Oekotest Online":

"Wer vorsorglichen Schutz will, der kann sich wenig auf offizielle Grenzwerte und behördliche Aussagen verlassen. Er muss sich selber schützen."
Und weiterhin:
"Es ist schon so viel untersucht worden, man müsste die Ergebnisse nur ernst nehmen. Vieles wird allein deshalb nicht akzeptiert, weil ein schlüssiger Wirkmechanismus aussteht. Wir wissen, dass es Probleme mit dem Mobilfunk gibt, wir wissen aber noch nicht genau, warum. Und solange diese Erkenntnis fehlt, fehlt auch die letztendliche wissenschaftliche Anerkennung."

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