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Vermeintliches Schill Kokain Video im Netz aufgetaucht

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Die Person Ronald Schill ist irgendwie immer skandalumwittert: Ob während seiner Amtszeit als Hamburger Richter, als Innensenator oder im letzten Jahr als Zeuge vor einem Untersuchungsausschuß der Hamburger Bürgerschaft. Nun ist im Internet ein Video aufgetaucht, auf dem Schill beim Konsumieren von Kokain zu sehen sein soll...

Um es gleich vorab zu sagen: Die Authentizität, also die Echtheit des vermeintlichen Schill Video Ausschnittes, das unbekannte auf "Youtube" veröffentlichten, ist bislang noch nicht bewiesen. Deshalb kann gegenwärtig nur vom Verdacht ausgegangen werden, dass Schill auf dem Video Kokain konsumiert. Strafrechtliche Konsequenzen hat Schill deshalb wohl nicht zu fürchten, es sei denn, ihm würde zusätzlich zum Konsum von Drogen auch noch der Handel mit Drogen nachgewiesen werden können. Im Video sieht man, wie Schill auf einem Sofa sitzend eine pulverige Substanz durch ein Röhrchen schnupft. Danach fallen die Worte: "Jetzt wirkt das Koks bei mir. Ich fühl mich total wach."

Ronald Barnabas Schill war von 1993 bis 2001 Richter am Amtsgericht Hamburg. Bis 1999 war er für ein Dezernat für Strafsachen und danach für ein Dezernat für Zivilgerichtsbarkeit zuständig. Es sprach einige Urteile mit enorm hohem Strafmaß, wofür ihm die hiesige Hamburger Presse den Spitznamen "Richter Gnadenlos" verlieh. Schill forderte in dieser Zeit häufig in den Medien ein höheres Strafmaß für Straftäter, besonders für Wiederholungstäter.

Im Jahre 2001 erzielte Ronald Schill bei der Hamburger Bürgerschaftswahl satte 19,4 Prozent der Stimmen und wurde unter dem CDU Bürgermeister Ole von Beust Innensenator und zweiter Bürgermeister Hamburgs. Kurz nach seinem Amtsantritt wurde Schill schon einmal Kokainmißbrauch vorgeworfen. Schill unterzog sich daraufhin einer Haar- Analyse, in der allerdings keine Kokain Spuren nachgewiesen werden konnten. Das eingeleitete Ermittlungsverfahren wegen Betäubungsmittel- Besitzes wurde auf Grund der negativen Probe eingestellt.

In seiner Politiker Karriere fiel Schill durch eine Reihe von Eklats auf. Beispielsweise während einer Rede im deutschen Bundestag übte Schill Kritik an der langjährigen Ausländerpolitik Deutschlands. Mit dem Hintergrund der damaligen ostdeutschen Flutkatastrophe warf Schill der Regierung vor, viel zu viel Geld für Zuwanderer auszugeben aber im Vergleich mit anderen Ländern zu wenig Rücklagen für etwaige Katastrophen zu bilden. Da Schill seine Redezeit stark überzog und es nicht abzusehen war, dass er zur eigentlichen Sache, der Finanzierung der damals aktuellen Flutkatastrophe, kommen würde, stellte die damalige Bundestagsvizepräsidentin Anke Fuchs kurzerhand das Mikrofon ab, was Schill als verfassungswidriges Vorgehen ansah.

 


Der Hamburger Bürgermeister Ole von Beust war mit den Handlungen Schills nicht einverstanden und mahnte diesen, im Bundestag nicht als Vertreter seiner eigenen Partei sondern als Vertreter des Hamburger Senats zu reden. Das oftmals gespannte Verhältnis zwischen Schill und von Beust eskalierte am 19.03.2003 in einer persönlichen Auseinandersetzung zwischen dem Bürgermeister und dem Innensenator. Ole von Beust warf Schill daraufhin wegen charakterlicher Nichteignung in seinem Amt aus dem Hamburger Senat. Schill hatte von Beust gedroht zu veröffentlichen, dass von Beust seinen angeblichen Lebenspartner R. Kusch zum Justizsenator gemacht habe und damit seinen politischen Einfluss für private Interessen mißbraucht zu haben.
Schill wandte sich nach seinem Rauswurf von Deutschland ab und lebt bis heute in Brasilien.

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