Um den Unterschied zwischen der Kurierdienst Firma Inline und anderen Gesellschaften aus der gleichen Sparte zu begreifen, sind zwei Sätze über die zum Teil deutlich unterschiedlichen Strukturen nötig.
Inhabergeführte Kurierdienst Zentralen geben im wesentlichen die Bedingungen vor, unter denen die meist als Subunternehmer tätigen Fahrer arbeiten. Weder haben sie Einfluß auf die Preisgestaltung noch über die Anzahl der angeschlossenen Kurierdienst Unternehmer im eigenen Dienst. Beide wichtige Faktoren werden oft mit hohem unternehmerischen Geschick seitens der Inhaber marktbedingt festgelegt und gesteuert. Aber schon bei einer kleiner Unwucht in diesem Gefüge haben die dort beschäftigen Fahrer das Nachsehen: Entweder sind sie aufgrund ihrer hohen Anschlußzahl zu viel, oder die Preise sind am unteren Rande des Existenzminimums kalkuliert und vorgegeben. Im schlimmsten Falle tritt beides ein. In jedem Fall aber können sie keinen nennenswerten Einfluß über die eigenen Umsatzmöglichkeiten nehmen. Drittens zeichnen sich inhabergeführte Kurierdienst Zentralen durch ein Auftragsvergabesystem aus, daß oft willkürlich und damit ungerecht die Aufträge nicht nach dem Gleichbehandlungsgrundsatz unter den angeschlossen Kurieren verteilt, sondern nach einem undurchschaubaren Günstlingssystem.
Vor diesem Hintergrund entstand in Hamburg die Idee, selbständigen Kurier Unternehmern sowohl die eigene Preishoheit, die Mitbestimmung über die angeschlossenen Fahrerzahl und über das Auftragsvergabesystem einzuräumen. Solcherart motiviert, - so die hochgesteckte Erwartung - würden die Kurier Fahrer die Dienstleistungsqualität aufgrund ihrer hohen Entscheidungskompetenz in allen sie betreffenden Fragen nahezu zwangsläufig entscheidend erhöhen: Es entstünde zum ersten Mal ein Zusammenhang zwischen dem Auftreten vorm Kunden und der eigenen Wirtschaftlichkeit. Eine hohe Affinität der angeschlossenen Kurier Fahrer zur eigenen Zentrale könnte somit einen kräftigen Qualitätsschub auslösen, als dessen Folge neue Kunden eingebunden und auch gehalten werden könnten.
Um diese drei entscheidenden Hoheitsrechte einer sich im wesentlichen selbst verwaltenden Kurier Fahrerschaft aus Hamburg rechtlich abzusichern, waren zwei Dinge zu regeln: Erstens mußten die zusammengeschlossenen Unternehmer ihr Preiskartell genehmigen lassen und zweitens sich finanziell an der eigenen Gesellschaft beteiligen. Nachdem diese Hürden genommen worden waren, erfüllten sich die Erwartungen schnell. Der Inline Kurier Hamburg stieg binnen weniger Jahre zwischen 1998 und 2002 zum Branchenprimus auf. Das Konzept erfüllte sich. Die Dienstleistungsqualität konnte so gesteigert werden, daß sowohl die Kundschaft, die Zentrale aber auch eben die Fahrerschaft zufrieden war.
Die Konkurrenz hat nachgerüstet. Und das betrifft nicht nur Kurierdienste in Hamburg. Heute existieren mehrere zum Teil recht ähnliche Kurierdienst Modelle. Das Dienstleistungsniveau hat sich angeglichen. Die Sozialgesetzgebung hat die Bestimmungen über die Scheinselbständigkeit so deutlich aufgeweicht, daß die Kurierdienste aus diesem Politikum kein Kapital mehr schlagen können, indem sie etwa auf Verstöße bei anderen hinweisen und eine Rechtsklärung verlangen könnten, um für gleiche Wettbewerbsbedingungen zu sorgen.
In direkter Abhängigkeit zur modernen elektronischen Informationstechnologie wird es zunehmend schwerer, neue und auftragsstarke Kunden für das Produkt Kurierdienst Leistung gewinnen und einbinden zu können. Das gilt auch für Inline Kurier, trotz aller Eigenmotivation und Affinität zur eigenen Gesellschaft. Jeder Kurierdienst arbeitet heute in direktem sensiblen Bezug zur allgemeinen Wirtschaftslage. Jede Schwankung teilt sich diesem Gewerbe mit; wie anderen Dienstleistungssparten auch.
Hinzu kommt: Nach innen bergen alle selbstverwalteten Modelle aus Politik und/oder Wirtschaft die Gefahr in sich, Opfer von interner Inkompetenz oder Betrügereien zu werden. Sie alle verlangen nicht weniger, sondern mehr an strenger betrieblicher Kontrolle, um Mißbräuche gegenüber einer tendenziell anfälligen liberalen Struktur zu verhindern. Der Inline Kurierdienst Hamburg hat auch diesbezüglich Lehrgeld zahlen und negative Erfahrungen sammeln müssen. Zwar wurde die gute Geschäftsidee davon nicht tangiert, und auch das Auftreten nach außen trug keinen Schaden davon. Aber es gehörte und gehört eine Menge eigener Überzeugung, Selbstmotivation und Vertrauen innerhalb der Kurier Fahrerschaft dazu, trotz dieser Querelen weiterhin am Ball bleiben und die gewohnte Qualität leisten zu wollen.
Mit ca. 200 Kurier Fahrern, 70 davon als Biker, 20 als Transporter 110 als PKW/Kombi-Fahrzeuge, wird ein tägliches Auftragsvolumen von ca. 1.700 Touren beim Inline Kurierdienst Hamburg bewältigt. Mit Overnight-, Logistik und weiteren Nischen-Produktion aus dem Speditionsbereich hat Inline Kurier Hamburg sein Produktangebot abgerundet. Alles aus einer Hand gilt auch in dieser Branche als klarer Positionsvorteil. Nach innen haben die Kurier Fahrer ein reichliches „kulturelles“ Angebot aufgebaut. Das wird zwar nicht von allen gleichermaßen genutzt, aber die verschiedenen Möglichkeiten, sich im weitgesteckten Rahmen des Fahrervereins politisch, sportlich oder sonstwie zu betätigen sind erheblich und tragen mit dazu bei, daß die Fahrerschaft nach außen als ein Zusammenschluß von Fahrern auftritt, der eine Kurier Dienstleistung auf hohem Niveau anbietet und der sich über ein eigenes hochwertiges Qualitätsmanagement ständig und erfolgreich selbst weiterschult und -bildet.
19.05.2008 / Ulf Dressler für elbsenf