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Warum manche Männer Flirtkurse brauchen

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Ein Blick, ein Lächeln und schon wird heftig geflirtet. Leider sieht die Realität in Deutschland unlängst anders aus. Aus der Schüchternheit vieler Männern ist inzwischen eines geworden: Ratlosigkeit

Daher haben Singlebörsen, Flirtschulen, Anmachsprüche und Flirtkurs Ratgeber Hochkonjunktur. Hier soll ein Faktum geklärt werden, nämlich was Frauen wirklich wollen. Frauen sind im Zuge der Emanzipation unabhängig geworden, machen Karriere, verbinden Familie und Job. Nur eines haben sie tatsächlich vergessen: Den Männern mitzuteilen, was sie von ihnen erwarten.

Singlebörsen werben mit Akademikerquote und den passgenauen Partnern für alle. Durch oberflächliche Attribute wird gefiltert, wer zu wem passt. In Prozentzahlen sollen Leidenschaften und Ansichten angegeben werden. Hier treten schon anfangs zwei Hindernisse auf. Erstens: Der Interessierte muss ziemlich genau wissen, wer er ist. Wie sollte ein Mann sonst per Zahlen angeben können, in welchem Verhältnis Job, Familie, Freunde, Politik, Sport, Heiratsabsichten und Lieblingsessen zueinander stehen. Und selbst wenn der Mann genau weiß, was er vom Leben erwartet, ist ein Zahlenwert tiefenpsychologisch hart umstritten. Zweitens kann keiner wissen, wer die Frau am anderen Ende ist. War sie ehrlich bei den Angaben, ist das Foto wirklich von ihr? Studien haben ergeben, dass eine erschreckende Vielzahl von Userprofilen bei Internet-Singlebörsen unecht ist. Dahinter verstecken sich Marketingabsichten, Kundenfishing oder unseriöse Angebote von Drittanbietern. Die geschätzte Anonymität wird ausgebeutet.

Natürlich gibt es gewisse Erfolgsgeschichten. Jede siebte Beziehung begründet sich inzwischen auf das Internet. Trotzdem scheitert eine Dunkelziffer an der Liebe aus dem Netz. Zweifelhafte Anmach- Trainer bieten Kurse vor Ort an, durch die der Hilfesuchende erlernen soll, auf Frauen zu zugehen. Meist fürchterlich überteuert erzählen unprofessionelle Studentenaushilfen, wie man seine eigene Furcht vorm anderen Geschlecht verlieren soll. Experten raten stark von solchen Angeboten ab und argumentieren mit einer explosiven Kostenspirale. Nach der Kursgebühr müssen Materialen erworben werden. Die Updates, die natürlich ebenfalls kostenintensiv sind, müssen vertraglich abgenommen werden. Und ob man innerhalb eines Wochenendes sein eigenes Ich überwinden kann ist fraglich. Psychologen raten zu kleinen Schritten auf dem Weg zur Selbstsicherheit, zwei Tage sind dafür in keiner Weise tauglich.
Eine seriöse Alternative sind dagegen etablierte Flirtschulen. Hier wird in den Flirtkursen den Teilnehmern vermittelt, wie sie sich in erster Linie selber helfen können. Ein langfristiges Ziel ist häufig, dass der Schüler nach Abschluss seines Kurses in der Lage ist, langfristige Beziehungen einzugehen und auch zu erhalten.

Unmengen Anmachsprüche findet man im Internet. Traut man den Umfragen von Männermagazinen, haben diese Sprüche eher abschreckende Wirkung als einen wirklichen Nutzwert. Von verrückt bis grenzenlos überzogen, findet man eine unüberschaubare Menge ausgeflippter Sprüche. Ob diese Sprüche wirklich helfen, weiß niemand. Unsichere Männer ergattern so meist mehr Abfuhren als bei einem ganz natürlichen Auftreten.

Flirtkurs Ratgeber setzen meist beim Problem selbst an. Abseits von Quoten oder Zahlenwerten sehen sie die Gruppe der ratlosen Männer als Zielperson an. Je nach Qualität der Anbieter lassen sie Frauen zu Wort kommen, definieren die Wünsche des anderen Geschlechts und zeigen lediglich Wege auf – die Schritte darauf müssen die Herren selbst machen. Psychologen haben schon vor Jahrzehnten auf Ratgeber gesetzt. Der wissenschaftliche Ansatz Hilfestellung zur Selbsthilfe zu leisten, ist in ihren Augen ausgesprochen ratsam. In diesem Fall geht es nicht um Manipulation, sondern um einen ganzheitlichen Ansatz, die eigenen Selbstzweifel auszuräumen. Dabei ist die Mischung aus männlichen Ratgebern und weiblichen Erzählungen besonders empfehlenswert. Ist die Sicht der männlichen Schreiber sehr gut nachvollziehbar, zeigt eine weibliche Ratgeberin die Hintergründe der Frauen auf, die oftmals im Alltag verborgen bleiben. Wer kann schon wissen, warum Frauen "nein" sagen oder ein Date absagen? Wer, wenn nicht die Frauen selbst.

Eines zumindest ist klar: Das gesellschaftliche Ansehen von Unterstützung bei Ratlosigkeit Frauen gegenüber steigt ständig an. Nicht nur Männer, auch Frauen sehen zunehmend, dass hier Handlungsbedarf existiert. Immer weniger Frauen werden angesprochen, die Gesellschaft anonymisiert sich zunehmend. Die Flucht ins Internet zu Singlebörsen und in kostenlose Kontaktanzeigen stellt dabei kaum einen geeigneten Weg da. Die Männer haben es satt, immer und immer wieder gegen die Wand zu rennen. Eines zumindest ist deutlich: Hilflosigkeit bei Männern ist kein Einzelfall. Sondern ein gesellschaftliches Problem. Die Frage bleibt nur: Wie begegnet man diesem Problem? Es gibt Bücher, und sogar inzwischen schon E-Books, zu jedem Hindernis: Prüfungsangst, Kochrezepte, Hochzeitsplanung oder der Angst vor Spinnen. Warum also nicht mal in einen Flirtkurs Ratgeber gucken? Schaden kann das zum Glück nicht.


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