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Forderung nach Energieausweis kann für Wohnungssuchende Nachteile haben

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energieausweisSeit Juli 2008 müssen Vermieter auf Verlangen des Mietinteressenten den gesetzlich vorgeschriebenen Energieausweis vorlegen. Davon sind jedoch nicht alle Vermieter begeistert und sieben auch schon mal aus...

Für Gebäude, die bis zum Ende des Jahres 1964 einzugsbereit waren, können potentielle Mieter und Käufer vom Eigentümer verlangen, dass dieser auf Wunsch einen Energieausweis vorlegt. Mieter oder Kaufinteressenten von Immobilien sollen durch Einsicht des Energieausweises vor dem Kauf oder der Anmietung die zu erwarteten Heizkosten besser einschätzen können. Verweigert ein Immobilien- Eigentümer die Vorlage des Ausweises, begeht er eine Ordnungswidrigkeit, die im Falle einer Anzeige mit bis zu 15.000 € Bußgeld geahndet werden kann. Hintergrund der Einführung der Energieausweis- Pflicht durch den Gesetzgeber ist jedoch das Ziel, Immobilienbesitzer durch die erzwungene Transparenz des energetischen Zustandes vermehrt zu Sanierungsmaßnahmen älterer Gebäude zu bewegen und somit letztlich den Energieverbrauch, vor allem den CO2 Ausstoß zu senken.

Mietinteressenten, die bei einer Wohnungsbesichtigung nach dem vorgeschriebenen Energieausweis fragen, können jedoch ziemlich ins Fettnäpfchen treten. Schlimmstenfalls werfen sie sich durch ihre Nachfrage gleich aus dem Wettbewerb um die angestrebte Mietwohnung, wie gerade aus einem Praxistest des Berliner Mieter Vereins (BMV) hervor geht.
Der Berliner Mieter Verein schickte im Juni und August 2008 zehn Beauftragte inkongnito auf knapp über 160 Wohnungsbesichtigungen, um sich als Miet- Interessenten auszugeben. Die angebotenen Objekte wurden, wie gewöhnlich, aus den typischen Printmedien und Online- Angeboten recherchiert. Die besichtigten Wohnungen erstreckten sich über alle Berliner Stadtteile. Laut Pressemitteilung des BMV konnten 38 % der Beauftragten der Vermieterseite nichts mit dem Begriff Energieausweis anfangen. 34 % gaben erst nach gezielter Nachfrage an, das der Energieausweis vorhanden sei oder sich "in Arbeit" befände. Als Vermieter waren Privat- Personen, Wohnungsbau- Gesellschaften, Genossenschaften und Immobilienmakler vertreten. Immerhin rund 30 % der Genossenschaften erwähnten den Energieausweis bereits in ihrem Angebot und wenigstens 3,6 % der privaten Vermieter thematisierten den Ausweis bei der Besichtigung. Sehr negative Erfahrungen machte die BMV nach eigenen Angaben mit den Wohnungsbau- Gesellschaften. Diese wiesen rund 15 % der nach dem Energieausweis Fragenden sofort ab. Offenbar stufen die Wohnungsbau- Gesellschaften diese Kategorie Bewerber als besonders unbequem ein und wollen sich auf diesem Wege Konflikte ersparen.

Als Fazit des Praxistests des Berliner Mieter Vereins lässt sich feststellen, dass in Berlin vor allem gewerbliche Vermieter Kandidaten, die nach einem Energieausweis fragen, überdurchschnittlich oft ablehnen. Wohnungsbau- Genossenschaften dagegen bieten selbigen überdurchnittlich häufig unverlangt an. Private Vermieter "glänzen" meist durch den Nichtbesitz, vermutlich oft aus reiner Unwissenheit.

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