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Architekturbiennale 2008 in Venedig mit neuem Kurator

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Der bereits mehrfach ausgezeichnete US- Architekt Aaron Betzky fungiert bei der Architekturbienale in Venedig erstmals als Kurator- und gibt der diesjähringen Ausstellung ein sehr zeitgemäßes Thema...

Das Leben in der gegenwärtigen, modernen Informationsgesellschaft stellt für viele Menschen eine arge psychische Belastung dar. Die technisierte Welt wird stetig abstrakter und es fällt teilweise schwer, mit den Neuerungen geistig Schritt zu halten. Vor allem ältere Menschen, die eine lange Zeit ihres Lebens in kleineren, schlichteren Strukturen verbracht haben, tun sich nicht leicht mit der rasenden Entwicklung, die weder aufgehalten noch umgekehrt werden kann.

Der Zusammenhang und die Einflüsse der Moderne auf die Menschen soll Gegenstand der diesjährigen Architekturbiennale in Venedig vom 14. September bis 23. November 2008 sein. So will es der neue Kurator Aaron Betzky. Das Thema der Ausstellung lautet "Da draußen: Architektur jenseits des Bauens". Die wesentliche Frage Betzkys, der sich die teilnehmenden Architekten widmen sollen, heißt: "Wie können wir uns durch Architektur die moderne Welt zu unserem Zuhause machen?", berichtete gestern der "Standard.at"

Betzkys Frage verrät bereits, worum es ihm geht. Architektur ist nicht auf den Prozeß des Bauens beschränkt, sondern beschäftigt sich mit all jenen Vorgängen, die damit in Zusammenhang stehen. Im Idealfall verhilft zeitgemäße Architektur als eine Komponente des Lebensumfeldes wieder zu einem verstärkten Zugang der Menschen zu ihrer Umwelt. Das die Architektur diese Aufgabe nicht alleine erfüllen kann, ist selbstredend. Jedoch kann jeder Architekt durch bewußte, weitsichtige Planung einen Teil zur rar gewordenen Harmonie beisteuern.
Deutschland wird übrigens von den beiden Architekten Friedrich von Borries und Matthias von Böttger mit "sachlichen" und "sinnlichen" Entwürfen vertreten sein.