//

Zweiter Anlauf für Ebook Reader

4.88889
Durchschnitt: 4.9 (9 Bewertungen)
Eigene Bewertung: Keine

Ebook Readern wurde mit dem Ebook Hype der 90er Jahre in den USA eine große Karriere vorhergesagt, galten teils als „Killer der Print- Medien- Angebote“. Die damaligen, recht unkomfortablen Reader kamen bei den Verbrauchern jedoch nicht an und so wurde die Produktion selbst favorisierter Modelle schnell wieder eingestellt. Doch nun wollen Amazon, Sony, Fujitsu und Wizpac den Ebook Readern aus ihrem Schattendasein heraus helfen.

Seit den letzten Buchmessen in Frankfurt und Leipzig sind die elektronischen Lesegeräte  wieder stärker präsent. Schicker, kleiner, leichter, mit guter Navigation und Kontrast starken Displays, die auch bei grellem Sonnenlicht noch gut lesbar sein sollen.

Internet- Händler „Amazon“ nimmt eine Schlüsselposition bei der Entwicklung und Verbreitung der Geräte ein. Das virtuelle Handelshaus bietet seiner Kundschaft zirka 235.000 Ebooks, darunter fast komplette Bestseller- Listen, und sehr viele elektronische Zeitschriften an. Seit Ende 2007 ist bei „Amazon“ mit „Kindle“ ein eigener Ebook- Reader erhältlich. Im Februar 2009 stellte das Unternehmen die 2. Version des auf Linux basierenden „Kindle“ vor. Das Display des 292 Gramm leichten Readers setzt auf „elektronisches Papier“, oft auch als „e-Ink“ bezeichnet. „Kindle“ ermöglicht die Darstellung der Formate .txt, .azw, .mobi, .prc und zu Testzwecken .pdf. Die Wiedergabe von Musikdateien der Dateiformate .mp3 und .aa ist ebenfalls möglich. Über einen 3.5 Klinker- Stereo Ausgang können weiterhin externe Kopfhörer oder Lautsprecher angeschlossen werden. Der Download elektronischer Medien vom „Amazon“ Webstore auf „Kindle“ findet drahtlos und in den USA überwiegend via „Whispernet“ statt. Für US- amerikanische Kunden fallen dabei keine zusätzlichen Übertragungsgebühren an.

Sony und Fujitsu legten nach

Japanische Elektronik- Riesen wie „Sony“ und „Fujitsu“ reagieren ihrerseits auf den langsam wachsenden Ebook und e-paper Markt:
Fujitsu präsentierte im Januar 2009 seinen „FLEPia“. 
FLEPia wartet mit „Color E-Paper“ Technologie auf und kann, wie die Bezeichnung vermuten lässt, die gängigen Formate farbig auf seinem 8 Zoll Display darstellen. Per Touchscreen können Leseratten bequem durch große Inhalte und das zu Grunde liegende Microsoft Windows CE 5.0 navigieren. Die Datenübertragung realisiert FLEPia mit dem Nahfunk- Standard Bluetooth und mit einem WLAN Modul für Kabel-gebundenes- sowie mobiles Internet. Im April 2009 wird FLEPia in Japan für den stolzen Preis von umgerechnet rund 770 Euro eingeführt. Wann das Modell in Europa erhältlich sein wird, ist bislang noch unklar.

Sony's „PRS 505“ ist dagegen seit dem 11. März 2009 auf dem europäischen Markt präsent. Deutsche Kunden können den Ebook- Reader bei Sony selbst, sowie in den Filialen der Buchhandelskette Thalia, bei Amazon (siehe Hinweis am Ende des Artikels) und auf Libri.de für rund 300 Euro erwerben (Sony selbst empfielt 299,00 Euro als unverbindlichen Verkaufspreis). Zur Einführung stehen bei Thalia und Libri.de zunächst mehr als tausend deutschsprachige Bücher, auch viele Bestseller, zum Verkauf. Jedoch sind Besitzer des PRS 505 nicht allein an die Thalia und Libri.de Angebote gebunden, Ebooks anderer Anbieter können ebenfalls auf den Reader geladen werden. Der PRS 505 verfügt jedoch über keine Online- Schnittstelle, so dass die elektronischen Medien über andere Internet- fähige Geräte herunter geladen werden müssen.

Sony Ebook Reader PRS 505

Sony Ebook Reader PRS-505 [Quelle:sony.de]

Die Antwort aus Deutschland: Bezahlte Inhalte plus freie Texte und Community

Die Berliner Firma „Wizpac Ltd.“ will ebenfalls einen Ebook Reader auf den Markt bringen: Als„Txtr“ wurde der Ebook- Reader auf der Computermesse Cebit als Prototyp vorgestellt. Txtr verzichtet weitgehend auf technische Spielereien, der Fokus liegt klar auf einfacher Handhabung. Die einzige Öffnung des Gerätes ist ein Mikro- USB- Anschluss. Der Datentransfer erfolgt über Bluetooth, weitere Online Schnittstellen wie WLAN und UMTS sind bis zur voraussichtlichen Fertigstellung im Herbst 2009 geplant.

Das Marketing Konzept der Wizpac Ltd., welche zukünftig den Produktnamen „txtr“ auch als Firmenname verwenden möchte, setzt bei der Verbreitung auf eine Verknüpfung von kommerziellen Medienangeboten und freien Inhalten. In einem Onlineshop können Anbieter digitaler Medien ihre Produkte anbieten. Der Shop beschränkt sich dabei nicht auf Ebooks. Auch Zeitschriften, Fachmagazine und Tagespresse können im Onlineshop potentiellen Lesern eigene Abonnements offerieren. In der „Online Community txtr“, die von Wizpac geplant ist, sollen Mitglieder ihre Medien aber auch sammeln und tauschen können.

Resonanz für Ebooks und Ebook- Reader steigt in Deutschland langsam an

Deutsche Verbraucher stehen der zunehmenden Digitalisierung klassischer Print- Angebote offenbar heute aufgeschlossener gegenüber als zu Zeiten des amerikanischen Ebook Hypes in den 90er Jahren. Laut Forsa Umfrage anlässlich der Leipziger Buchmesse planen 2,2 Mio. Deutsche für das Jahr 2009 den Kauf eines Ebooks. Das ist etwa jede zwanzigste Person bei den 14-29 jährigen.

Der Branchenverband BITKOM sieht die Verbreitung von Ebooks ebenfalls positiv, auch wenn der Markt noch klar am Anfang steht. Bitkom-Vizepräsident Achim Berg sieht den Trend vor allem in den günstigen Preisen für Ebooks sowie die komfortablen Ebook Readern, die zunehmend auf den deutschen Markt dringen, begründet.

Kommentare

Bild von Regiis Vermont

Meinen Buchmesseausflug am

Meinen Buchmesseausflug am Wochenende habe ich dazu genutzt, mir einmal die eReader der neuesten Generation genauer anzuschauen. Aufmerksam bin ich einmal durch die starke Bewerbung seitens der hiesigen Online-Buchhändler wie Libri, Thalia oder Weltbild geworden. Zum anderen beschäftige ich mich schon seit einiger Zeit mit dem Gedanken mir eines dieser Geräte für den täglichen Trip zur Arbeit zuzulegen. Der absolute Preisknaller scheint ja im Moment der eBook-Reader von Weltbild und Co. zu sein. Für weniger als 60 Euro könnte ich damit meinen Weg zur Arbeit, sozusagen, digitaler gestalten! Auf der Messe war das Gerät testbar und so ließ ich mir das Gerät auch zeigen. Was ich bereits sagen kann ist, dass die neueren Geräten in der unteren Preiskategorie (<100 Euro) mit einer etwas in die Jahre gekommenen Technik ausgestattet sind. LCD-Displays gab es auch schon 2009, sprich als dieser Blogbeitrag von Mark erschien. Ganz im Gegensatz zum Anschaffungspreis. Dieser liegt nun auch im Studenten freundlichen Bereich. Wer auf die neueste Technik fokusiert ist, ist meiner Meinung nach mit den (teureren) Geräten von Sony und Co gut aufgehoben. Sonnige Grüße

Bild von Heiner Steinmann

@matjes: Wenn ich deinen

@matjes: Wenn ich deinen Kommentar so betrachte, wundert es mich doch sehr, dass du die Spamschutz- Aufgabe lösen konntest...**duck und weg**

Bild von Elbsenf Team

Lieber Herr Steinmann

wenn Sie auf die Rechtschreibung von "matjes" abzielen und daraus eine gewisse Mathematikschwäche ableiten, so sei ihnen versichert, dass dies kein von uns beanspruchter Stardard ist. Im Klartext: Hier kann jeder seine Meinung äußern!!!

Bild von matjes

sowas gibbet es schon?

Man, da bin ja echt platt. Stolper hier so zufällig über diese schicke Page und wusste bislang nicht mal daas das so elektronische Lesedinger gibbet. Bin halt doch altmodisch veranlangt. Als alle schon Cds hatten hab ich noch Vinyl entstaupt. Naja jedenfalls interesanter Beitrag Leute. So long

Bild von Holger

Ebook Reader Sony PRS-505

Ich habe mir den Ebook Reader PRS-505 von Sony vor einer Woche gekauft und bin bis jetzt begeistert. Der einzige Wermutstropfen ist die noch nicht so große Anzahl an Büchern die man kaufen kann. Wer gern englische Bücher liest, der findet zusätzlich eine riesige Auswahl an Literatur. Hier sollte es aber auch nur eine Frage der Zeit sein, bis genügend Ebooks in deutscher Sprache verfügbar sind. Ich benutze Ihn vorwiegend um morgens und abends in der Bahn Bücher und Dokumente zu lesen. Da der Ebook Reader aber auch PDFs und Word-Dokumente liest habe ich, neben einigen gekauften Romanen, aktuell noch genügend Lesestoff auf meinem Rechner. Diese lassen sich einfach per USB auf den Ebook Reader überspielen. Wenn man sich heutzutage Software kauft, dann werden ja nur noch ein PDF-Dokumente als Handbuchersatz mitgeliefert. Zum Lesen dieser Handbücher ist der Reader auch super geeignet – jetzt komme ich endlich mal dazu mich in einige Programme einzuarbeiten -.

Zum Ebook Reader: Der Ebook Reader ist aus Aluminium, ca. 8 mm hoch, sehr leicht und etwas kleiner als ein normales Taschenbuch. Er passt aufgrund seiner Größe problemlos in jede Tasche und lässt sich so gut unterwegs verstauen. Da er aus Aluminium ist sieht er meiner Meinung nach sehr edel aus und ist sehr stabil. Der Ebook Reader ist handlich, sehr einfach zu bedienen und es lässt sich damit wunderbar lesen. Auch kleine Details in Graphiken oder Schwarzweißfotos sind gut erkennbar. Auch bei starkem Sonnenlicht hatte ich keine Probleme beim Lesen, da es sich ja um elektronisches Papier handelt und nicht um ein Monitor der von hinten beleuchtet ist. Der Akku hält ewig, es wird nur beim umblättern wenig Strom benötigt.

Mein Fazit, der Ebook Reader von Sony ist schlicht weg ein wirklich gutes Gerät zum Lesen von Büchern und Dokumenten. Wer etwas sucht findet auch in deutscher Sprache genügend Literatur die man einfach auf den Ebook Reader überspielen kann.

Bild von Joggi

Ebook Reader

Ich denke schon, dass sich die Ebooks langfristig durchsetzen werden. Richtig interessant wird es doch erst, wenn Ebook Reader mit einem sehr guten Farbdisplay zum Darstellen von Bildern und Graphiken verfügbar sind. Dann kann man sich seine Lieblingszeitschriften und Fachliteratur auf den Ebook Reader laden und archivieren. Meiner Meinung nach ist die Volltextsuche besonders für  Fachliteratur interessant  und  sinnvoll. Für eine Aktualisierung (1. ,2., 3. Auflage) ist dann hoffentlich nur ein kurzes Update nötig. Irgendwie habe ich das Gefühl, die Verlage verschlafen mit dem Ebook einen Trend, der nicht aufzuhalten ist. Die Diskussionen um die Ebooks und entsprechende Urheberechtsfragen erinnern mich stark an die damalige Mp3 Diskussion.
Die Ebooks bringen doch eine Menge Vorteile, papierlosen Medium , Volltextsuche, Archivierung, Updates und sie lassen sich theoretisch überall und jederzeit herunterladen. Meiner Meinung nach werden mit den Ebooks auch neue Zielgruppen angesprochen. Technisch ist in der Zukunft eine Menge vorstellbar, was ein normales Buch oder eine Zeitschrift nicht leisten kann.

Bild von Andre

Ebook Reader

Mir ist die ganze Sache mit den elektronischen Büchern ziemlich suspekt. Ich bezweifel das sich das durchsetzen wird

Kommentar hinzufügen

Der Inhalt dieses Feldes wird nicht öffentlich zugänglich angezeigt.
  • Zulässige HTML-Tags: <em> <strong> <cite> <ul> <ol> <li> <dl> <dt> <dd> <a>
  • Zeilen und Absätze werden automatisch erzeugt.

Weitere Informationen über Formatierungsoptionen

CAPTCHA
Diese Frage ist als Spamschutz nötig
13 + 5 =
Lösen Sie dieses einfache mathematische Problem und geben Sie das Ergebnis ein. Für 1 + 3 geben Sie z.B. 4 ein.